Konzentration üben

Pflegen Sie die gezielte, herbeigeführte Entspannung des Körpers.
So hat es der Geist umso leichter, sich zu konzentrieren, und die Fantasie kann sich frei entfalten.
Testen Sie: Gelingt es Ihnen ohne weiteres, sich zu konzentrieren?

Gehen Sie nicht sehr oft in Ihrem geistigen Garten spazieren und pflücken dort Blumen? Versuchen Sie einmal, eine Minute zu sitzen und an nichts zu denken. An gar nichts. Wahrscheinlich werden Ihnen zahlreiche Gedanken durch den Kopf schwirren. Versuchen Sie Ihre Aufmerksamkeit nur auf das Sitzen zu richten. Einfach nur sitzen.

Ein Zen-Lehrer wurde einmal von seinen Schülern gefragt, warum er immer so konzentriert wirke.
Er antwortete:
„Wenn ich stehe, dann stehe ich.
Wenn ich gehe, dann gehe ich.
Wenn ich esse, dann esse ich.
Wenn ich spreche, dann spreche ich.“
Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten:
„Das tun wir auch, aber was machst du noch darüber hinaus?“
Er sagte wiederum:
„Wenn ich stehe, dann stehe ich.
Wenn ich gehe, dann gehe ich.
Wenn ich esse, dann esse ich.
Wenn ich spreche, dann spreche ich.“
Wiederum sagten die Leute: „Das tun wir doch auch!“
Er aber sagte zu ihnen:
„Nein.
Wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon.
Wenn ihr steht, dann lauft ihr schon.
Wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.“
(Buch: „Schenk Dir eine Pause“, Autorin: Karin Lichtenauer,
Verlag: Herder Spektrum Freiburg)

Diese hohe Stufe der Konzentration können Sie in vielen konkreten Alltagssituationen genauso üben, wie den bewussten Umgang mit dem Wort. Pflegen Sie solche Phasen innerer Ruhe ganz bewusst und regelmäßig, gönnen Sie sich diesen Luxus ab und zu, für einen kurzen Zeitraum niemandem verpflichtet zu sein, außer sich selbst. In solchen Ruhepausen vom Alltag können Sie Ihre inneren Motivationsreserven aufladen, damit Sie jederzeit flexibel und glaubwürdig argumentieren und frei reden können.