Sechs Richtige für Ihre Stimme. So halten Sie durch.

Gerade bei Mammut-Veranstaltungen, bei Tages-Seminaren, bei Frontal-Präsentationen kommt es ganz wesentlich auf die Stimm-Ökonomie an. Was am Morgen noch stimmig klingt, ist abends nur noch ein Räuspern und Krächzen, die Stimme ist am Ende, überfordert, ausgepowert. Dazu können viele unberechenbare Faktoren beitragen. Der Raum kann mit einer schlechten Akustik eine Stimmforcierung nötig machen, Baulärm von außen oder die surrende Klimaanlage im Seminar kann eine deutlich höhere Lautstärke erfordern. Auch erregte, lautstarke Teilnehmer gehen auf die Stimme, die am Ende des Tages nur noch brüchig und heiser ist und wenig überzeugend klingt.

So pflegen und stärken Sie Ihre Stimme, um stimmlich durchzuhalten:

1. Aktivieren Sie Ihr Sprechwerkzeug! 

Machen Sie es wie die Sportler, die sich vor einem Wettkampf aufwärmen. Gönnen Sie Ihrer Stimme vor einem Auftritt ein kleines Warm-Up Programm.
Bienensummen: Lippen leicht aufeinanderlegen (nicht zusammenpressen), ausatmen, Atem einfließen lassen und durch die Nase Luft ausströmen lassen und ein genussvollen, angenehm klingendes“ mmmmmmmmmm“ summen. Mehrmals wiederholen. Spüren Sie ein Summen und Vibrieren wie im Bienenhaus? Dann üben Sie richtig. Artikulationswerkzeuge wecken: Gähnen, Löwengesicht, Kieferschütteln, Zungenboxen, Lippenflattern (Kutscher-Prrrr), Lippen blähen (ba-be-bi-bo-bu) Gorillatrommel: Mit den Handfläche den Brustkorb abklopfen, ca. 30 Sekunden lang. Dabei hörbar „uuuaaaaaahhhh“ sagen.

2. Versorgen Sie Ihren Kehlkopf mit Flüssigkeit um ihn so geschmeidig zu halten.

Also: Trinken, trinken, trinken! Nehmen Sie möglichst reizarme Getränke zu sich, am besten Wasser (ohne Kohlensäure), Kräutertees, milde Säfte. Kaffee und schwarzen Tee in Maßen und mit Wasser ausgleichen.

3. Gewöhnen Sie sich an, in regelmäßigen Abständen etwas zu lutschen.

Wir empfehlen: Salbei, Irisch Moos oder Emser Salz. Am besten eignen sich Bonbons, Pastillen ohne Menthol (trocknet die Schleimhäute aus). So werden die angegriffenen Schleimhäute beruhigt.

4. Versorgen Sie den Raum mit Sauerstoff.

Denn schlecht belüftete Räume belüften auch unsere Atemräume nur ungenügend.

5. Wenn Ihre Stimme belegt ist, Sie einen „Kloß“ im Hals verspüren, vermeiden Sie bitte, dieses Fremdkörpergefühl durch Räuspern zu beseitigen. Beim Räuspern werden die Stimmlippen mit starkem Druck zusammengeschlagen, das kann zu Reizungen des feinen Gewebes führen. Bei ständiger Wiederholung (Räusperzwang) kommt es sogar zu einer vermehrten Schleimbildung, um die Stimmlippen zu schützen. Durch Räuspern erreichen Sie also genau das Gegenteil von dem, was Sie beabsichtigen. Versuchen Sie stattdessen leicht zu husten, zu gähnen oder zu schlucken. Während des Schluckens hebt sich der Kehlkopf ein wenig und der Schleim kann einfach weggeschluckt werden. Auch Summen oder tiefes Seufzen können Abhilfe schaffen.

6. Achtung, Klimaanlage! Gewöhnen Sie sich an, immer ein Tuch oder einen Schal mitzuführen. Klein zusammengefaltet passt er in jede Tasche und schützt uns vor Luftzügen oder zu tief eingestellten Klima-Anlagen.

Thumbs-up Thumbs-up

PROFI Trainer Tipp

So schützen Sie Ihren Sprechapparat im Business-Alltag.

Bei einem Tagesseminar zur wirkungsvollen Präsentation hielt ich am Nachmittag selbst eine kurze Live-Demo zur Stimmeinsatz und Körpersprache. Nach vielen Stunden aktiver Moderation merkte ich beim Ansetzen zum ersten Satz: Meine Stimme war trocken, kratzte leicht und plötzlich räusperte ich mich mitten im Satz.

Ich unterbrach kurz, trank einen Schluck, und erklärte genau das: „Unsere Stimme ist ein physischer Muskel, kein Tool im Kopf – wenn der Kehlkopf austrocknet, verliert er seine Elastizität.“ Die Teilnehmenden nickten, manche griffen gleichzeitig zur Wasserflasche.

Dieses Mini-Erlebnis hat mehr Wirkung erzeugt als jede PowerPoint-Folie zum Thema. Seitdem habe ich Trinkpausen fest in meine Tagesstruktur integriert – und animiere meine Teilnehmenden aktiv dazu. Also: Sorgen Sie bei Ihrer nächsten Präsentation oder Moderation für ausreichend Flüssigkeit!

 

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Wer diesen Artikel verfasst hat

Der Artikel wurde vom Clara v. Sydow verfasst. Sie ist Geschäftsführerin und  Teil des Trainerteams des momentum – Institut für Rhetorik und Kommunikation. Unser Team besteht aus zertifizierten TrainerInnen mit langjähriger Praxis.
Die Autor:innen vereinen wissenschaftliche Fundierung mit praxisnaher Anwendung und bringen umfangreiche Erfahrung aus den Bereichen Rhetorik, Kommunikation, Präsentation, Psychologie und Führung mit.

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