Wirkungsvolle Reden: So bereiten Sie sich optimal vor
Bereiten Sie sich auf Ihre Rede optimal vor – gerne mit unserem rhetorischen Handwerkskasten für wirkungsvolle Reden. Wir zeigen Ihnen die 4 Schritte. Los geht`s!
1. Ziel formulieren.
Leider wird dieses Herzstück einer jeden Vorbereitung oft übersprungen. Dennoch ist die Kernfrage bevor Sie mit irgendtwas anderem beginnen:
„Was beabsichtige ich?” und „Was ist mein Hauptziel?”
- Dies ist der sog. Ziel– oder auch Zwecksatz. Alle Gedanken rund um dieses Thema werden diesem Ziel untergeordnet.
- Machen Sie sich das Prinzip der allmählichen Verfestigung der Gedanken während des Sprechens zunutze: Führen Sie ein Selbstgespräch und wiederholen Sie von Zeit zu Zeit laut das Ziel Ihres Themas. Denn während des Sprechens ordnen sich die Gedanken.
2. Sammeln, Sortieren und Strukturieren
- Bitte denken Sie vorab einmal an Ihren tapferen Zuhörer. Was braucht er wirklich an Informationen? Was kennt und weiß er evtl. bereits von meinem Thema? Welche Fragen werden ihn antreiben?
- Lösen Sie sich bitte davon, dass Google & Co. Ihr alleiniger Themenlieferant ist. Stumpfes nachschlagen im Internet wird selten mit einer spannenden Rede belohnt. Stattdessen vertrauen Sie wieder mal auf sich und auf Ihre eigenen Erfahrung. Sammeln Sie aus eigener Erfahrung und eigenem Denken alle Fakten, Tatsachen und Beispiele, die mit Ihrem Thema in Verbindung stehen.
- Im ersten Schritt schreiben Sie die Gedanken nur als Stichworte. Warum? Ansonsten unterbrechen Sie sich selbst im Gedankenfluss. Später natürlich werden Sie die Gedanken weiter ausarbeiten. Aber erst später.
- Ordnen: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Fülle Ihrer Beiträge bzw. Beispiele. Übersicht schafft Klarheit.
- Srukturieren: Nun geht es an die Struktur. Wiederholen Sie Ihren Zielsatz und streichen Sie alles, was den Zielsatz nicht stützt. Jetzt können Sie sicher sein, nur die wirklich relevanten Informationen einfließen zu lassen.
Sortieren Sie alles in 3 Kategorien: A = wichtig, muss auf jeden Fall rein, B = ein schöner zusätzlicher Input, C= ist nur „nice to have“ und kann ggf. übersehen werden.
PROFI Trainer Tipp
Wenn Sie unsere Tipps umsetzen und ausprobieren, haben Sie viel zu tun. Doch bitte überfordern Sie sich nicht! Gehen Sie die Sache in Ruhe an und fokussieren sich auf 1 Sache, auf die Sie heute achten möchten. Immer wieder erleben wir es, dass unsere Teilnehmer ganz schnell ganz viel erreichen möchten und eine totale Überforderung erleben, weil sie gleichzeitig auf alles achten möchten. Das kann natürlich nicht funktionieren! Also: Erstellen Sie eine ganz persönliche Liste Ihrer einzelnen Entwicklungsschritte (z. B. Haltung, Stand, Gang, Mimik, Gestik, Blickkontakt, Stimme und Stimmführung, Sitzposition, Atemtechnik, Artikulation, Wortwahl, Wortschatz…) und suchen Sie sich hieraus EIN Thema aus. Hierauf achten Sie dann am kommenden Tag. Und am nächsten Tag ist es etwas anderes… Schritt für Schritt zur eigenen Entwicklung.
3. Struktur/Inhalt
- Und nun geht es in die Manuskript-Erstellung erarbeiten Sie Ihr Manuskript. Eine Rede ist noch lange keine Schreibe, doch bitte bereiten Sie im ersten Schritt Ihr Konzept „ad verbum” („wörtlich”). Subjekt, Prädikat, Objekt. Einmal wortwörtlich niederschreiben.
- Währen des Schreibens: Sprechen Sie! So kommen Sie verstaubten, stelzigen Redewendungen auf die Spur. Stellen Sie lebendige Verben und anschauliche Adjektive in den Mittelpunkt statt holpriger Substantivierungen. Klingt zwar offiziell, entlarvt aber den Langweiler. „Beispiel:“ Das Fertigstellen, die Inangriffnahme“.
- Kurz Sätze, kurze Sätze, kurze Sätze! Bitte keine Bandwurm– und Schachtelsätze verwenden. Nach 8-10 Wörtern dürfen Sie für jeden Satz einen Punkt finden. Denn für die Rede gelten mehr psychologische als grammatikalische Gesichtspunkte.
- Strukturieren Sie in Gedankenblöcken. Nach einem Gedankenblock und Sinngefüge machen Sie bitte einen deutlichen Absatz.
4. Übertragen auf Karten/Stichwortzettel
- Jetzt ist Ihr Manuskript fertig. Ein letzter Check: ist alles Wichtige drin? Was ist nicht notwendig? Ergänzen oder streichen Sie.
- Eine Rede ist keine Schreibe. Daher werden Sie Ihre Rede nicht ablesen, sondern anhand von Stichworten präsentieren. Suchen Sie sich aus Ihrem Manuskript die Stichworte, über die Sie die Grundgedanken des Manuskripts finden werden, während Sie Ihre Rede halten.
- TIPP: Machen Sie Ihr Stichwort „lebendig“, indem Sie ein Verb dahinter setzen. So wissen Sie genauer, was Sie mit diesem Stichwort gemeint haben.
- Übertragen Sie die Stichworte auf Karten, bitte nur einseitig beschreiben!
- „Regieanweisungen“ für sich selber helfen, im Rede-Fluss zu bleiben: Beispiel: „Langsam!” oder „Tief atmen!”
- Heben Sie mit Farben das besonders Wichtige hervor, indem Sie es unterstreichen oder umkreisen.
- Stichwortzettel: Machen Sie sich das Gesetz von der „lokalen Assoziation” zunutze. Es ist eine Tatsache, dass Gedanken dann besonders leicht haften bleiben, wenn wir sie mit einem Bild verknüpfen, das mit einem bestimmten Raum verbunden ist.
- Schreiben Sie nicht zu viele Stichworte auf einen Zettel. Schreiben Sie die Stichworte so groß, dass Sie diese aus einem Meter Entfernung noch deutlich lesen können.
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Wer diesen Artikel verfasst hat
Der Artikel wurde vom Clara v. Sydow verfasst. Sie ist Geschäftsführerin und Teil des Trainerteams des momentum – Institut für Rhetorik und Kommunikation. Unser Team besteht aus zertifizierten TrainerInnen mit langjähriger Praxis.
Die Autor:innen vereinen wissenschaftliche Fundierung mit praxisnaher Anwendung und bringen umfangreiche Erfahrung aus den Bereichen Rhetorik, Kommunikation, Präsentation, Psychologie und Führung mit.
Unsere Inhalte verbinden bewährte Kommunikationsprinzipien mit aktuellem Wissen – klar erklärt, praxisnah aufbereitet und direkt anwendbar.