10 Geschichten aus 10 Jahren momentum
Zehn Jahre Training bedeuten weit mehr als Flipcharts, Präsentationen und Seminarräume. Es sind unzählige Begegnungen mit Menschen, überraschende Situationen und Momente, die man nie vergisst. Einige davon möchten wir mit Ihnen teilen.
Was wir nie vergessen werden
1. Als in Brasilien plötzlich das Licht ausging …
Mitten im Training in São Paulo steht auf einmal die komplette Produktion still. Stromausfall. Die Werkshalle versinkt im Dunkeln. Unser erster Gedanke: Wie soll das Training jetzt weitergehen? Der zweite Blick geht zu unseren brasilianischen Teilnehmenden. Niemand wirkt nervös. Niemand regt sich auf. Man unterhält sich, lacht und wartet einfach ab. Der Strom kommt irgendwann zurück! Gelassenheit, die beeindruckt.
Unsere Erkenntnis: Nicht jede Situation lässt sich kontrollieren. Gelassenheit ist manchmal die beste Trainingsmethode.
2. Als plötzlich niemand mehr antwortete
Erstes Seminar in China. Gleich zu Beginn eine einfache Zuruf-Frage ans Plenum. Schweigen. Niemand antwortet. Der Trainer fragt sich bereits, ob die Frage unverständlich war. Dann die Erinnerung an den interkulturellen Kontext: In kollektiv geprägten Kulturen möchte sich niemand vor der Gruppe exponieren. Also wird spontan auf Kleingruppenarbeit umgestellt. Wie schön, jetzt entsteht ein intensiver Austausch.
Unsere Erkenntnis: Gute Kommunikation beginnt damit, den kulturellen Kontext zu verstehen.
3. Eine Nacht allein im Schloss
Anreise zum Seminar. Die Rezeptionistin überreicht den Zimmerschlüssel und sagt freundlich: „Hier ist die Nummer des Hausmeisters. Falls etwas sein sollte … Ich habe Ihnen noch einen Vesperteller vorbereitet. Schönen Abend!“ Auf die Frage nach weiteren Gästen folgt die Antwort: „Sie sind heute ganz allein im Schloss.“ In dieser Nacht war jedes Knarren im alten Gemäuer deutlich zu spüren. Geschlafen habe ich in dieser Nacht eher mit ½ als mit 2 Augen zu.
Unsere Erkenntnis: Trainer erleben manchmal die ungewöhnlichsten Arbeitsplätze (und manche Trainings beginnen schon am Vorabend mit einer kleinen Mutprobe).
Menschen überraschen uns
4. „Aber das war doch Ihre Idee!“
Jahre nach einem Training treffen wir eine ehemalige T
eilnehmerin wieder. Inzwischen hat sie noch einmal studiert und leitet heute eine Abteilung. Auf die Frage, wie es dazu kam, antwortet sie spontan: „Aber das war doch Ihre Idee! Sie haben mir damals Mut gemacht, den nächsten Schritt zu gehen.“ Solche Begegnungen gehören zu den schönsten Momenten unseres Berufs.
Unsere Erkenntnis: Manchmal wirkt ein Satz viel länger nach, als man selbst ahnt.
5. Erst getestet. Dann vertraut.
Kaum hat das Seminar begonnen, stellt ein Teilnehmer kritische Fragen und kommentiert nahezu jeden Inhalt. I
n der Kaffeepause sucht er das Gespräch: „Ich wollte mich erklären. Ich bin Führungskraft und muss meine Zeit gut einsetzen. Ich wollte zuerst wissen, ob Sie wirklich etwas können.“ Danach wurde aus diesem superkritischen Teilnehmer einer der engagiertesten. Uff.
Unsere Erkenntnis: Hinter Widerstand steckt oft kein Angriff, sondern der Wunsch nach Sicherheit.
Dafür machen wir diesen Beruf
6. Zwei Tage können unglaublich viel verändern
Immer wieder erleben wir Menschen, die am ersten Seminartag kaum vor einer Gruppe sprechen möchten. Nervosität und zu wenig Zutrauen zum eigenen Können stehen einfach im Weg. Und dann: Stehen dieselben Menschen zwei Tage später vorne, sprechen klarer und überzeugender und manchmal sogar mit ein wenig sichtbarer Freude. Diese Entwicklung in so kurzer Zeit mitzuerleben, begeistert uns bis heute.
Unsere Erkenntnis: Probier Dich aus! Selbstvertrauen wächst nicht durch Theorie, sondern durch Erleben
7. Kommunikation, obwohl gerade alles auf dem Spiel steht
Seminarbeginn. Die Stimmung ist ungewöhnlich angespannt. Ein Teilnehmer meldet sich und erklärt, dass er und zwei
Kolleginnen um 10 Uhr in einem Gespräch erfahren werden, ob sie ihren Arbeitsplatz behalten. Das Unternehmen steckt mitten in einer Umstrukturierung. Trotz dieser maximalen Belastung (für 2 von ihnen ging es dann wirklich nicht gut aus…) arbeitet die gesamte Gruppe konzentriert und engagiert mit. Dieses Training werden wir nie vergessen.
Unsere Erkenntnis: Auch wenn das Umfeld unsicher ist, können Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung neue Kraft geben.
8.Wir trainieren echte Prinzen
Ja, tatsächlich. Seit einigen Jahren bereiten wir Prinzen auf ihre öffentlichen Auftritte vor. Allerdings keine Märchenprinzen, sondern das Bonner Karnevalsprinzen-Paar: Prinz und Bonna sind regelmäßig bei uns in Bad Honnef und wir arbeiten an ihrem rhetorischen Feinschliff. Alaaf!
Unsere Erkenntnis: Gute Kommunikation ist überall gefragt … und manchmal sogar mit Prinzgewand.
9. Von der Bettwanzenjägerin bis zum Influencer
Die meisten unserer Teilnehmenden kommen aus Unternehmen, Behörden und Organisationen und übernehmen dort Fach- oder Führungsverantwortung. Gleichzeitig begegnen wir in Seminar immer mal wieder Menschen mit Berufen, von denen wir vorher kaum etwas wussten: Eine Bettwanzenjägerin, eine Schaustellerin, eine Korbmacherin, eine Industrie-Taucherin, ein klassischer Flötist, eine Brettspiele-Entwicklerin, ein Animee-Cartoonist, eine Mode-Influencerin oder ein Motivationstrainer.
Unsere Erkenntnis: Jeder Beruf bringt eigene Erfahrungen mit. Und genau das bereichert jedes Seminar!
10. Mit dreimal JA durch die Krise
Im März 2020 wurden innerhalb weniger Tage nahezu alle Seminare abgesagt, wir hatten eine Stornierungsquote von 96 %. Trotzdem oder gerade deswegen beschlossen wir, jeden Morgen ins Büro zu kommen. Unter dem Motto „Kurs halten!“ arbeiten wir weiter. Am Ende jeder Woche stellten wir uns immer gegenseitig die Frage: „Was war eigentlich gut in dieser Woche? Nenne 3 Dinge, beginne jeweils mit “Ja“. So lernten wir, auch aus den winzigsten kleinen Dingen Gutes herausziehen. Die dreimalige „JA“ begleitet momentum bis heute.
Unsere Erkenntnis: Gerade in schwierigen Zeiten entscheidet oft der Blickwinkel darüber, wie wir die Zukunft gestalten.