12 Möglichkeiten, eine Rede zu beginnen und Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen

Wollen Sie sich nur auf Ihr Glück verlassen?
Zwölf Möglichkeiten, eine Rede zu beginnen und die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Der erste Eindruck ist entscheidend, und der letzte bleibt.” Dieser Merksatz wird von vielen Rednern zu wenig beachtet. Gerade die Einleitung und die Begrüßung können und sollen einen besonderen Aufmerksamkeitswert beim Zuhörer erreichen. Insbesondere bei der Einleitung und der Begrüßung bei einer Rede entscheidet der Zuhörer fast instinktiv, ob er Ihrer Rede oder Ihrem Vortrag auch weiterhin interessiert folgen wird oder nicht.
Um es möglichst praxisnah darzustellen, gehen wir davon aus, dass Sie eine Rede zum Thema „Die Vorteile von Sicherheitsgurten” halten werden. Sie können die Beispiele für die Begrüßung bei einer Rede natürlich auf Ihr Thema anpassen.

Welche Eröffnungsmöglichkeiten gibt es?

 1. Die ernste Einleitung:

Neun von zehn Reden und Vorträgen beginnen mit ernsten Ausführungen. Es ist die einfachste und gebräuchlichste Methode. Ein guter rhetorischer Vortrag unterscheidet sich jedoch gerade von diesem üblichen Beginn. Nur in wenigen Fällen (zum Beispiel Trauerrede) ist dies noch immer die beste Einleitungsform. Beispiel zum Thema Sicherheitsgurte: Die Statistik besagt, dass im letzten Jahr wiederum mehr als 1.000 Menschen ihr Leben auf Deutschlands Straßen verloren haben.

2. Die humorvolle Einleitung:

Diese Methode hilft sehr oft, das Eis zu brechen. Selbst sachliche Themen können so etwas aufgelockert werden.
Bei bestimmten Themen verspricht auch eine Prise schwarzer Humor durchschlagenden Erfolg.
Beispiel:
Wie hieß es vor einiger Zeit so schön in einer bekannten Autowerbung: „Nur fliegen ist schöner”. Aber müssen wir es denn gleich aus dem Auto heraus testen. Oder: Für den traditionsbewußten Bayern gibt es jetzt, meine Damen und Herren, die Sicherheitsgurte in den Landesfarben Weiß – Blau.

3. Die Einleitung des Vortrags mit einem Zitat:

Nicht nur zu Beginn, auch während einer Rede oder einer Präsentation erzielen Sie mit einem Zitat meist einen hohen Aufmerksamkeitswert.
Achten Sie jedoch darauf, dass das Zitat nicht zu sehr aus dem Zusammenhang gerissen scheint.
Beispiel: „Oben mit ist besser” oder „Erst gurten, dann starten”, das können Sie, meine Damen und Herren, als Autofahrer überall lesen.

4. Die Einleitung mit einem Reim:

Eine sehr schwierige Form der Einleitung, da Sie eigene Gedanken in Reimform bringen wollen. Kein Wunder, wenn dann solche Zwei– oder Vierzeiler den Zuhörern noch lange in Erinnerung bleiben. Beispiel: „Mit Gurten fahren, hilft Leben bewahren”, so umschreibe ich meinen Vortrag. Er wird sich beschäftigen…

5. Die historische Einleitung:

Diese Form erinnert an den Aufbau eines Aufsatzes während der Schulzeit. Die Einleitung des Vortrags richtet sich auf die Vergangenheit (was war), der Hauptteil auf die Gegenwart(was ist) und der Schlussteil auf die Zukunft (was wird).
Insgesamt gesehen wird ein geschichtlicher Rückblick – neben dem ernsten Beginn – nicht so gut ankommen wie die anderen aufgezeigten Möglichkeiten.
Beispiel: „Schon die Ritter sollen sich für die Ritterspiele angeschnallt haben. Warum sind wir noch immer so leichtsinnig?”

6. Die Einleitung mit dem persönlichen Erlebnis:

Sie erzählen am Anfang Ihres Vortrages oder Ihrer Präsentation ein persönliches Erlebnis, das zu der vorgegebenen Thematik paßt. Diese Geschichte soll jedoch unbedingt den Tatsachen entsprechen. Sonst besteht die Gefahr, dass jeder Zuhörer schnell merkt, dass Sie nur eine hervorragende Einleitung bringen wollten. Beispiel: „Im letzten Sommer hatte ich ein Erlebnis, meine Damen und Herren, das mich immer wieder an den Wert der Sicherheitsgurte erinnert…”

7. Die Einleitung mit einem aktuellen Ereignis:

Es ist immer von Vorteil, wenn Sie bei Ihren Ausführungen einen aktuellen Bezug herstellen können. Fast jedes Sachthema lässt sich durch eine aktuelle Information oder Meldung besser einleiten. Beispiel: „Wie Sie alle wissen, meine Damen und Herren, hatte der Erfolgs-Rennfahrer Mirko Hessburg auf dem Nürburgring einen schweren Unfall…”

8. Die Einleitung mit einem Anknüpfungspunkt:

Es ist die einzige Form der Einleitung, die Sie auf Ihrem Stichwortzettel nicht schon vorher festlegen können.
Sie beginnen Ihre Ausführungen mit einer Tatsache, die Ihnen direkt vor Ihrem Redebeginn aufgefallen ist. Sie knüpfen also zum Beispiel an die Wahl des Ortes, an die Personenzahl, an das Wetter an. Sie können zum Beispiel auch an die Worte des Vorredners anknüpfen.
Beispiel: „Auch bei diesem herrlichen Sonnenschein, meine Damen und Herren, ist es ratsam sich anzuschnallen”.

9. Die Einleitung mit einer rhetorischen Frage:

Sie ist eine der elegantesten Möglichkeiten für den Beginn einer Rede oder eines Vortrages. Auf die rhetorische Frage erwarten Sie keine Antwort.
Im nachfolgenden Satz beantworten Sie Ihre Frage selbst. Die rhetorische Frage ist gleichzeitig ein hervorragendes Mittel, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu wecken.
Beispiel: „Wie ist wohl die Überlebenschance höher, meine Damen und Herren, mit oder ohne Sicherheitsgurt?”
Die rhetorische Frage ist ein klassisches rhetorisches Mittel und wird häufig in der Praxis verwendet.

10. Die provozierende Einleitung:

Von einer Provokation der Zuhörer selbst ist dringend abzuraten. Wenn die Zuhörer erst ein Antipathiefeld gegen Sie aufgebaut haben, wird Ihnen die inhaltlich beste Rede nicht den gewünschten Erfolg bringen. Selbst eine provozierende These sollten Sie nicht in Form einer Feststellung, sondern in Frageform bringen.
Beispiel: „Wollen Sie sich eigentlich nur auf Ihr Glück oder mehr auf die Sicherheitsgurte verlassen?”

11. Die Kontra – Einstellung:

Dieser Beginn hat einen großen Überraschungseffekt beim Zuhörer. So können Sie zum Beispiel bei einem Vortrag über die „Vorteile der Sicherheitsgurte” die Nachteile der Sicherheitsgurte vorab nennen.
Beispiel: „Es gibt Nachteile bei einigen Sicherheitsgurten, die ich, meine Damen und Herren, nicht verschweigen möchte.”

12. Die Einleitung und Begrüßung mit einem Zuhörerkompliment:

Eine immer wieder erfolgreiche Methode, um bei den Zuhörern eine positive Stimmung zu erzeugen. Schon in früheren Jahrhunderten wurde diese Umarmungstaktik (“captatio benevolentiae” genannt) angewandt.
Beispiel: „Ich freue mich über Ihr zahlreiches Erscheinen und über das Interesse, dass Sie dem Thema…“

MAKE COMMUNICATION GREAT AGAIN
Weg von abgenutzten Floskeln.
DER Newsletter für erfolgreiche
Kommunikation!
  • Wieso, weshalb, warum? Kommunikation verstehen und verbessern
  • Wertvolles Wissen zu professioneller Rhetorik und Kommunikation
  • Praxistaugliche Tipps von DVCT-zertifizierten Coaches
GRATIS RATGEBER
für Newsletter Abonennten
mit exklusiven Inhalten
auf 64 Seiten

Folgende Themen könnten Sie auch interessieren:

MAKE COMMUNICATION GREAT AGAIN
Weg von abgenutzten Floskeln.
DER Newsletter für erfolgreiche Kommunikation!
  • Wieso, weshalb, warum? Kommunikation verstehen und verbessern
  • Wertvolles Wissen zu professioneller Rhetorik und Kommunikation
  • Praxistaugliche Tipps von DVCT-zertifizierten Coaches
GRATIS RATGEBER
für Newsletter Abonennten
mit exklusiven Inhalten auf 64 Seiten