Smalltalk lernen – 30+ Fragen & Tipps für einen gelungenen Einstieg

1. Warum ist Smalltalk so nützlich und wichtig?

Stressfaktor Nr. 1 in vielen Büros: Die kurze Begegnung mit dem Chef. Im Aufzug, in der Kantinenschlange, auf dem Weg in die Tiefgarage. Oder der Beschluss des Teams, dass Sie in diesem Jahr die Netzwerkveranstaltung besuchen werden. Weil Sie ja der Neue sind und noch frisch und unverbraucht niemanden sonst kennen. Wie schön, wenn einem in diesen klassischen Smalltalk-Fallen etwas  Interessantes, Witziges, Originelles einfallen würde. Ok, oder wenigstens irgendetwas. Wenigstens mehr, als die vernuschelte Nennung der Tageszeit. Was also sagen? Kurz über das Wetter, die aktuellen Fußballergebnisse oder doch über berufliche Themen, über dieses Projekt oder jene Kennzahlen? …Und wuuuusch…. passiert, schon vorbei. Meist ist mit der kurzen Zeit, die zum Überlegen eines Themas bleibt, die Situation auch schon längst vorüber. Der Aufzug hat gehalten, das Kantinentablett ist abgeräumt, die Chefin hat ihr Auto längst erreicht und sie haben noch einen weiten Weg zu U7, in dem Ihr Auto parkt. Wer Smalltalk lernen möchte, sollte genau diesen Perspektivwechsel üben: nicht die Inhalte zählen, sondern die Wirkung.

Kommunikation ausbauen – Souveränität durch Smalltalk trainieren
So steuern Sie Gespräche souverän mit psychologischem Feingefühl.

Und wieder ist eine weitere Chance vertan zu einem „leichten, beiläufigen Gesprächs“ (so definiert der DUDEN Smalltalk), um mit einer angenehmen und ganz entspannten Konversation zu punkten und positiv in Erinnerung zu bleiben. Genau hier setzt ein Smalltalk-Kurs an: Wer typische Gesprächssituationen trainiert, geht souveräner mit solchen Momenten um.

Menschen im Gespräch in kleinen Gruppen als Symbol für Smalltalk im Alltag

Unser eigener Anspruch setzt uns oft unter Druck: Small-Talk wird oft als oberflächlich und belanglos abgetan, denn schließlich sollten Gespräche Sinn ergeben, Tiefe und Substanz ausdrücken. Dabei wird oft übersehen, dass ein guter Smalltalk eine Brücke der Kommunikation ist. Es beginnt im kleinen, unauffälligen, leichten und eventuell auch belanglosen – hat aber immer die Chance zu einer echten Verständigung. Es kommt nur darauf an, was wir daraus machen. Wer Smalltalk lernen möchte, sollte genau diesen Perspektivwechsel üben: nicht die Inhalte zählen, sondern die Wirkung.

Smalltalk bietet uns einen gefahrlosen Einstieg in ein Gespräch. Gibt uns Gelegenheit, zum Kennenlernen, für eine erste Einschätzung des Gegenübers und eine erste Beziehung herzustellen. Nicht umsonst heißt diese erste Phase eines Gesprächs „Warm-up“. Wir nähern uns an, schaffen Verbindung, tasten uns vorsichtig ab, entschärfen Peinlichkeit, entkrampfen die Situation. Bevor wir auf die wichtigen Dinge zu sprechen kommen, zum Daily Business übergehen, verschafft Small-Talk eine kleine gemeinsame Auszeit. Gerade im Beruf ist Smalltalk Training ein unterschätztes Werkzeug, um Netzwerke aufzubauen und Vertrauen zu gewinnen.

Die gute Nachricht: Es kommt gar nicht so sehr darauf an, WAS gesprochen wird, sondern vor allem, dass man überhaupt miteinander spricht. Niemand erwartet, dass wir besonders geistreich, originell oder tiefgründig sind. Ein freundliches Wort ist allemal besser als ernsthaftes Schweigen. Schon kleine Übungen im Smalltalk helfen, Hemmungen abzubauen und mehr Sicherheit zu gewinnen.

Und damit ist die Kunst des kleinen Gesprächs auch ein echter Karrierefaktor. Ein nützliches Instrument in der Kommunikation. Die Formel ist ganz einfach: Angenehme Gesprächspartner bleiben in angenehmer Erinnerung. Wer regelmäßig Smalltalk trainiert, investiert damit zugleich in seine persönliche Wirkung und Karriere.

Thumbs-up Thumbs-up

PROFI Trainer Tipp

Mein Schweigen beim Nudelsalat – und was Smalltalk seither für mich bedeutet

Warum ich mich intensiv mit Small Talk beschäftige? Ganz einfach: Ich stand bei einer Preisverleihung am Buffet – neben mir ein prominenter Sänger (ja, der!). Er sprach mich locker an: „Das sieht aber lecker aus…“ Und ich? Blockiert. Kein Ton. Kein Lächeln. Sekunden später war er beim Nudelsalat – und ich frustriert.

Mein Aha-Moment: Small Talk bedeutet nicht, die perfekte Gesprächsthemen parat zu haben, sondern überhaupt ansprechbar zu bleiben. Präsenz statt Perfektion. Es geht darum, im richtigen Moment überhaupt fähig zu sein, einen Kontakt auf Augenhöhe herzustellen. Dies nennen wir von momentum in unseren Rhetorik-Kursen die „Soziale Rhetorik“.

2. Smalltalk lernen: Wie geht es? Und wie starte ich mit Smalltalk?

Probieren Sie es aus: Die meisten Menschen werden positiv darauf reagieren, wenn sie unvermittelt angesprochen werden. Positiv bis überrascht. Doch gerade der Anfang ist für viele die allergrößte Hürde. Hier hilft es, Smalltalk zu üben – am besten mit einfachen Fragen, die jeder beantworten kann.

Zeigen Sie Ihre Offenheit auch körpersprachlich. Ein Top-Signal, mit dem wir bei ersten Begegnungen meistens gewinnen, ist ein offenes Lächeln. Denn der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist das Lächeln. Wenn wir uns mit fremden Personen unterhalten möchten, sollten wir prüfen, ob diese auch gesprächsbereit sind. Lächelt die Person zurück, wenn Sie sie anlächeln? Suchen Sie auch den kleinen, aufmunternde Blickkontakt. Das ist die erste Hürde für den Gesprächseinstieg. Solche Basics sind ein wichtiger Teil von jedem Smalltalk-Training.

Jetzt steigen Sie richtig ein. Sie eröffnen die Tonspur. Das Wichtigste hier: Trauen Sie sich, auch mit etwas Belanglosem oder Oberflächlichen einzusteigen. Natürlich ist eine Bemerkung über das Wetter keine echte neue Information. Nehmen Sie es als das, was es ist: Ein freundliches Angebot. Sie zeigen damit: „Ich habe Interesse an einer freundlichen Plauderei mit Dir“.  Nicht mehr, und nicht weniger. Darum ist und bleibt das Wetter Einstiegsthema Nummer 1 und ist gar nicht so schlecht wie sein Ruf!

Eine anderes Angebot funktioniert nach einem ähnlichem Muster. Sie wählen etwas, was allem im Raum bekannt ist, da sie gerade zusammen in diesem Raum sind. Hier kann jeder etwas zu sagen, seine Meinung platzieren, gefällig ins Gespräch kommen. Machen Sie eine Anmerkung zur Raumausstattung, zum Anlass der Veranstaltung, evtl. zu den Rednern, zur Technik, zu den gereichten Canapees. Machen Sie nur bitte nicht den Fehler, mit Motzerei oder einer Gossip-Lästerzunge negative Stimmung zu schüren. Versuchen Sie, die Situation positiv zu bewerten und (wenn z. B. der Redner wirklich furchtbar langweilig doziert hat), es mit Humor zu nehmen. So trainieren Sie, positiv zu formulieren und auch kritische Situationen charmant zu entschärfen.

  • Tipp

    Wenn Sie den Einstieg gefunden haben und Ihr Gesprächsangebot offensichtlich gut ankommt: Bleiben Sie dran. Zeigen Sie Interesse, stellen Sie Fragen. Am besten eine, die die Meinung des anderen einholt („Wie hat Ihnen der Vortrag heute gefallen?“ „Was halten Sie von dem vorgestelltem Thema?“ „Was am Buffet sagt Ihnen am meisten zu?“). Dies sind Bewertungsfragen, eine ideale Basis für tiefere Gespräche. Bleiben sie locker und höflich, achten Sie natürlich darauf, dass es kein Verhör wird.

Nehmen Sie diesen Einstieg als Basis und lernen so die Themen kennen, über die Ihr Gegenüber gerne spricht. Ihnen fällt bestimmt mehr ein als Fragen zu Religion, Politik, Gehalt, seltsamen Krankheiten und dem aktuellen und gewesenen Familienstand…! Wichtiger Tipp: Vermeiden Sie Tabuthemen und greifen Sie stattdessen auf neutrale Smalltalk-Themen zurück, die Nähe schaffen, ohne zu riskieren, Ihr Gegenüber zu überfordern.

Wichtig ist: Wenn Sie eine Frage stellen, warten Sie bitte auch die Antwort ab! Und zeigen Sie, dass Sie ein guter Zuhörer sind. Zeigen Sie freundliche Reaktionen (Nicken, Zustimmungs-Geräusche, verständnisvoller Blick), nehmen den Gesprächsfaden wieder auf und knüpfen ihn weiter. Diese aktive Zuhör-Kompetenz gehört ebenfalls zum Kern jedes Smalltalk-Trainings.

Und wenn das angebotene Thema von meinem Gegenüber nicht angenommen wird? Hier zeigt sich der gute Small-Talker: Bieten Sie ein neues Thema an, gewonnen aus dem, was Sie bereits gemeinsam erzählt haben.
Denken Sie bei Suche nach geeigneten Smalltalk-Themen in Clustern/Bubbles, dann fallen Ihnen auch Anrainer-Themen ein.
Beispiel:  Welche fünf Begriffe fallen Ihnen spontan ein, wenn Sie an den Begriff „München“ denken? FC Bayern – Oktoberfest – Starnberger See – Isar – Englischer Garten. So lassen sich Themenfelder elegant erweitern – eine wichtige Technik, wenn Sie Smalltalk üben möchten.

Hier haben Sie Ihre fünf Anrainer-Themen. Und auch von diesen Einzelthemen lassen sich wieder logische und nah-liegende Anrainer-Themen finden. So können Sie sich von Thema zu Thema navigieren und behalten so die Souveränität über den Smalltalk. Das ist die Kernkompetenz erfolgreicher Smalltalker: flexibel zu bleiben, neue Gesprächsfäden aufzunehmen und dabei immer positiv zu wirken.

3. Fehler im Smalltalk vermeiden – und die richtigen Smalltalk-Fragen stellen

Was zeichnet ein gutes Thema für ein Smalltalk aus? Bei einem guten Thema können viele Menschen mitreden, es setzt kein besonderes wissen oder Fachkenntnisse voraus. Sie müssen kein Experte sein, um mitreden zu können. Und, selbstredend, es verletzt niemanden. Weder Anwesende noch andere Menschen.

Folgen Sie der Formel: Vom Allgemeinen zum Besonderen.

Fangen Sie ganz grob mit einem Thema an, und verfeinern Sie Schritt für Schritt das Gespräch. So bekommt Ihr Small-Talk ganz elegant den gewünschten Tiefgang.

Das Wetter und die Jahreszeit – oft verpönt aber ein Einstiegs-Garant. Damit sind Sie immer auf der sicheren Seite.

Beispiel-Fragen:
• „Ganz schön wechselhaft heute – mögen Sie dieses Aprilwetter?“
• „Wie haben Sie die heißen Tage letzte Woche erlebt?“

Da fällt jedem etwas zu ein. Es spielt keine Rolle, wo Sie gerade sind: Jeder Ort gibt irgendetwas etwas her, über das sich sprechen lässt.

Beispiel-Fragen:
• „Sind Sie schon einmal in diesem Gebäude gewesen?“
• „Kennen Sie hier in der Nähe ein gutes Café?“

Vortrag oder Bühenperformance, die man gerade gesehen hat. Aber vermeiden Sie bitte abfällige Äußerungen!

Beispiel-Fragen:
• „Wie hat Ihnen der Vortrag gefallen?“
• „Gab es für Sie heute einen Aha-Moment?“

Film, Musik, Kunst-Ausstellungen, Theater, Literatur – Kein direktes Einstiegs-Thema, kann im späteren Verlauf angesprochen werden. Bleiben Sie in der bewussten Balance zwischen angesagter Netflix-Serie und FAZ-Feuilleton und bleiben Sie sensibel, wie Ihr Gesprächspartner auf das Themenangebot reagiert.

Beispiel-Fragen:
• „Haben Sie die Ausstellung im Kunstmuseum schon gesehen?“
• „Welche Filme schauen Sie sich aktuell gerne an?“

Ausbildung, aktueller Beruf, Ihre Branche – wenn Sie sich schon etwas besser kennen. Und steigen Sie bitte nicht in den Verkäufer-Modus ein. Sie möchten sich doch erstmal kennenlernen, bevor Sie sich und Ihre Dienstleistung anpreisen.

Beispiel-Fragen:
• „Was hat Sie in Ihre Branche geführt?“
• „Welche aktuellen Entwicklungen in Ihrem Bereich finden Sie spannend?“

Urlaub, Hobbys, Sport – Sehen Sie es als Angebot. Wenn Ihr Gegenüber auf das Thema „Modellflugzeuge bauen“ nicht gleich einsteigt, seien Sie nicht beleidigt, auch wenn Sie dafür absolut brennen.

Beispiel-Fragen:
• „Haben Sie schon Urlaubspläne für dieses Jahr?“
• „Welchen Sport treiben Sie am liebsten?“

Wohnort, Land, Stadt(-viertel) – funktioniert am Besten, wenn man aus der gleichen Gegend kommt

Beispiel-Fragen:
• „Kommen Sie aus dieser Region?“
• „Was mögen Sie besonders an Ihrer Heimatstadt?“

4. Welche Themen sollte ich beim Smalltalk vermeiden?

Natürlich bleibt es wichtig, im Diskurs zu leben, Dinge zu hinterfragen und Meinungen zu diskutieren. Doch machen wir uns bewusst, dass wir in der Phase des Small-Talks sind, da ist alles unpassend, was die Atmosphäre vergiftet oder andere ausgrenzt. Smalltalk vermeiden bedeutet deshalb auch, sensible Themen bewusst auszuklammern.

  • Politische und religiöse Überzeugungen

    Auch wenn die Themen Politik und Religion meist ein Garant für lebhafte, nicht selten sogar hitzige Debatten sind, sollten Sie es im beruflichen Kontext besser nicht ansprechen. Das liegt vor allem an der Gefahr, in Ihrem Gegenüber einen Menschen mit politischen/religiösen Ansichten zu finden, die Ihren komplett fremd sind.

    Das Resultat eines solchen Gesprächs sind meist Diskussionen, die vom Hundertsten ins Tausendste führen und am Ende kein Fazit hervorbringen, mit dem alle Beteiligten leben können. Im privaten Kontext mag das noch in Ordnung sein, doch beruflich wird es Sie keinen Schritt voranbringen.

  • Krankheiten

    Auch wenn Sie es gut meinen – das gesundheitlichen Befinden ist privat und ein riskantes Gesprächsthema. Wenn Sie beispielsweise wissen, dass Ihr Gesprächspartner gerade erst aus dem Krankenhaus entlassen wurde oder mit einer schweren Diagnose konfrontiert wurde, dann sollten Sie einen großen Bogen um das Thema „Gesundheit“ machen. Die Gefahr sich in eine unangenehme Situation zu begeben ist einfach zu groß. Und letztlich das Gespräch doch in positiver Erinnerung bleiben.

  • Familie und Privatleben

    Fragen zu den Kindern, Ehepartnern oder auch das nächste Urlaubsziel erscheinen besonders verlockend, denn sie wirken wenig polarisierend und unverfänglich. Aber bedenken Sie, es handelt sich hierbei um private Fragen und deren Einfluss auf Ihre Karriere ist entsprechend gering.

    Smalltalk rund um Familie und Privatleben ist nur dann angebracht, wenn Sie Ihren Gesprächspartner bereits kennen und sich Ihre Bekanntschaft nicht ausschließlich auf das Berufliche beschränkt.

  • Protzereien über Geld, Haus und Karriere

    In unserem Kulturkreis ist es nicht üblich, über Geld und allem was damit einher geht, zu sprechen. Sei es das eigene Einkommen, der Kaufpreis der neuen Wohnung oder die Umsatzzahlen des letzten Quartals – Geld sollte nicht Ihr Thema erster Wahl sein. Sie wollen ja nicht eingebildet wirken oder dem Gesprächspartner das Gefühl vermitteln Sie seien besser oder müssten sich profilieren.

  • Ekeliges und Anstößiges

    Keiner möchte ekelerregende oder anstößige Details von seinem Gegenüber erfahren. Erst recht nicht, wenn man ein erstes Gespräch führt. Das wirkt nicht nur abstoßend, sondern Ihr Gesprächspartner wird bestimmt keine Lust verspüren, das Gespräch mit Ihnen weiterzuführen.

  • Klatsch und Tratsch

    Gossip und Klatsch über Abwesende (und natürlich auch Anwesende) – Damit ist jedem klar, dass Sie bei der nächsten Gelegenheit über ihn oder sie genauso herziehen werden. Wer souveränen Smalltalk lernen möchte, hält sich daher an neutrale Themen und verzichtet auf Tratsch.

  • Witze

    Humor bleibt eines der schwierigsten Formate. Bleiben Sie damit zurückhaltend, denn (schlechter) Humor ist alles andere als ein Kennenlern-Einstiegs-Booster. Ein sicherer Smalltalk-Einstieg gelingt besser mit offenen Fragen als mit riskanten Scherzen.

5. Smalltalk lernen: Menschen ins Gespräch bringen

Sicher kennen Sie die Situation: Sie gehen auf eine Veranstaltung. Alleine. Die Türe öffnet sich, Sie schauen sich um (Anspannung steigt), Sie bekommen ein Getränk angeboten (wie nett, es hat für Sekunden jemand mit Ihnen gesprochen), Sie sehen Menschen im Gespräch und stehen weiter alleine (Anspannung steigt noch mehr). Und nun? Nun freuen Sie sich, dass ein Bekannter von Ihnen sich aus seiner Gesprächsgruppe löst, auf Sie zukommt und Sie anderen vorstellt. Genau diese Momente zeigen, wie wichtig es ist, Menschen ins Gespräch zu bringen – ein zentraler Aspekt, wenn Sie Smalltalk üben möchten.

Sicher sind Sie schon einmal von einem netten Menschen gerettet worden. Seien Sie genauso und werfen kommunikative Rettungsringe aus. Das können kleine Gesten, offene Fragen oder kurze Vorstellungen sein – alles, was anderen den Einstieg in den Smalltalk erleichtert.

Sagen Sie, was Sie vorhaben. Dass Sie jemanden vorstellen möchten und miteinander bekanntmachen („Ich möchte, dass Sie sich kennenlernen!“ „Ich glaube, Sie kennen sich noch nicht. Frau XX, darf ich Ihnen Frau XX vorstellen?“). Solche Gesprächseröffnungen sind ideale Smalltalk-Übungen für Networking-Situationen.

Erläutern Sie ruhig, warum Sie das tun. Meistens ist es eine Gemeinsamkeit, die beide teilen. Oder Sie sehen für beide einen Nutzen, sich kennenzulernen („Frau XX plant gerade Ihren Umzug nach Bad Honnef. Sie kommen doch von dort…“) Oder beide arbeiten in der gleichen Branche und finden damit einen informativen Austausch. Das wirkt authentisch und schafft Vertrauen, ohne dass der Smalltalk oberflächlich wirkt.

Niemand steht gerne für sich alleine. Sind Sie gerade im Gespräch mit anderen, bleiben Sie dennoch offen für neue Begegnungen. Stellt sich jemand zu ihrem Gesprächskreis dazu, zeigen Sie Ihre ganze Höflichkeit. Ein wohlwollendes Nicken, ein erster Blickkontakt und dann geben Sie einen kurzen Hinweis dazu, über welches Thema Sie gerade sprechen. Dies ist ein offenes und freundliches Angebot, mitzusprechen, sich einzubringen, dabei zu sein. Mit solchen Gesprächsankern trainieren Sie, andere souverän ins Gespräch zu bringen.

6. 30+ Smalltalk-Fragen: So bleiben Sie im Gespräch

Was kann man beim Smalltalk fragen, um die Neugier aufeinander zu wahren, der Kommunikation Energie und Elan zu verleihen.  Ähnlich wie das Fading-In Prinzip hat das Fragestellen Signalwirkung: Sie signalisieren dem Gegenüber, dass Sie am anderen wirklich interessiert sind und gerne weiter im Gespräch/Austausch bleiben wollen. Smalltalk-Fragen sind damit der Schlüssel, um nicht ins Stocken zu geraten.

Illustration mit Sprechblasen als Symbol für Smalltalk-Fragen und Gesprächsimpulse

30+ Fragen für Ihr Smalltalk

Durch klug gestellte Fragen können Sie Ihren Smalltalk lenken: Auf ein Thema gezielt hin oder auch weg von einem Thema, ein Thema vertiefen oder abkürzen, Anrainerthemen mit einbeziehen. So steuern Sie den Gesprächsfluss aktiv und bleiben souverän.

Hilfreich sind hier offene Fragen, die im Idealfall den anderen animiert, ausführlich zu antworten (und nicht nur mit Ja/Nein wie bei geschlossenen Fragen. Leicht zu erkennen sind offene Fragen durch die sog. W-Frageworte: „Wer? Wie? Was? Wann? Wo? Wodurch? Weshalb?“ Solche Fragen sind perfekte Smalltalk-Übungen für mehr Gesprächstiefe.

Hier finden Sie über 30 konkrete Smalltalk-Fragen, die Sie sofort einsetzen können – von neutralen Einstiegen bis zu persönlichen Vertiefungen.

Es hilft, sich persönliche kleine Themen-Cluster zu bilden, in denen Sie sich gedanklich bewegen. Beispiele für Smalltalk-Fragen im Themen-Cluster können sein:

### Smalltalk-Fragen zum Ort

  • „Wo haben Sie einen Parkplatz gefunden…?“
  • „Ein interessantes Gebäude. Was können Sie mir dazu erzählen…?“
  • „Wissen Sie, wo ich mir hier die Hände waschen kann…?“
  • „Wo finde ich das Programmheft…?“

### Smalltalk-Fragen zur Veranstaltung

  • „Was ist der nächste Programmpunkt…?“
  • „Woher kennen Sie…?“
  • „Wie hat Ihnen der Beitrag des letzten Redners gefallen…?“
  • „Können Sie mir etwas vom Buffet besonders empfehlen…?“
  • „Wann ist die Pause zu Ende, geht das Rahmenprogramm weiter…?“

### Smalltalk-Fragen zur Anreise

  • „Wie war Ihre Fahrt hierher…?
  • „Welche Route haben Sie gewählt…?
  • „Wie pünktlich war Ihr Zug…?
  • „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Hotelzimmer…?“

### Smalltalk-Fragen zur Stadt

  • „Wo kann ich hier heute abend noch eine Kleinigkeit essen…?
  • „Welches Restaurant empfehlen Sie mir…?“
  • „Was meinen Sie, sollte ich in Ihrer Stadt auf jeden Fall gesehen haben…?“
  • Fragen zu Reisen
  • „Was haben Sie denn für Ihren diesjährigen Sommerurlaub geplant…?“
  • „Wohin geht Ihre nächste Reise…?“
  • „Ich plane gerade einen Ausflug nach München… Waren Sie schon mal dort…?
  • „Meine nächste Dienstreise führ mich nach München. Was sollte ich mir dort abends wohl anschauen…?“
  • „In diesen Zeiten hat sich Reisen ja komplett verändert. Was planen Sie als nächsten Reise-Trip…?“

### Smalltalk-Fragen zu Hobbies

  • „Welche Sportart entspannt Sie am meisten…?“
  • „Welchen Sport betreiben Sie…“
  • „Was bevorzugen Sie mehr: Indoor- oder Outdoortraining…?“
  • „Wo gibt es Ihrer Meinung nach die besten Joggin-Routen…?“

### Smalltalk-Fragen zu Meinungen/Bewertungen/Vorlieben

  •  „Wie schätzen Sie xx ein …?“
  •  „Was halten Sie von…?“
  •  „Wie finden Sie…?“
  • „Was meinen Sie über…?“
  • „Was denken Sie zu…?“
  • „Was gefällt Ihnen an xx gut…?“

Das Schöne am Smalltalk ist ja, dass es kein richtig oder falsch gibt. Geschlossene Fragen zu stellen ist nicht per se falsch, es kann nur passieren, dass die Kommunikation nicht so recht ins Rollen kommt, wie Sie es wünschen. Doch genauso kann es Gesprächspartner geben, die auch auf geschlossene Fragen ausführlich reagieren („Ja, den neuen Konferenzraum habe ich schon gesehen. Hier ist mir besonders aufgefallen…). Überraschungen gibt es immer wieder. Es bleibt ganz einfach: Probieren Sie es aus!

7. Wie beende ich elegant den Smalltalk?

Jetzt haben Sie ein wunderbares Smalltalk-Thema gefunden, Ihr Gesprächspartner ist Ihnen sympathisch, das Gespräch läuft schön rund. Doch irgendwann wird es Zeit, zu gehen. Wie können Sie den Smalltalk diplomatisch beenden, ohne Ihr Gegenüber vor den Kopf zu stoßen? Gerade bei Networking-Veranstaltungen möchten Sie mit möglichst vielen Menschen sprechen – daher ist ein höflicher Ausstieg wichtig.

Bleiben Sie doch einfach: Ehrlich. Geben Sie zu, dass Sie noch weitere Gespräche führen werden heute Abend. Dass Sie jemanden gesehen haben, dem Sie noch dringend heute etwas sagen müssen. Das ist verständlich und nachvollziehbar.

Wenn Sie sich für diese Strategie entscheiden, verpacken Sie sie bitte diplomatisch und freundlich. Betonen Sie, wieso diese Begegnung eine besondere war (z.B. Was haben Sie Neues, Amüsantes erfahren?). Bedanken Sie sich für das Treffen und das Gespräch, so bleiben Sie in positiver Erinnerung.

Tipp: Sammeln Sie weiter! Erweitern Sie Ihre Wortgewandtheit!

Einstiegssätze für den Ausstieg:

„Es ist so spannend, Sie hier heute zu treffen…“

„Ich danke Ihnen für dieses Gespräch….“

„Ein so offenes und herzliches Gespräch am heutigen Abend – Danke…!“

„Ich hoffe, wir können unser Gespräch später fortführen, und jetzt werde ich….“

„Eine so nette Begegnung mit Ihnen. Da werde ich mich gerne daran erinnern. Hier haben Sie meine Visiten-Karte….“

Haben Sie sich den Namen Ihres Gegenübers gemerkt? Ein eindeutiger Pluspunkt. Erwähnen Sie zur Verabschiedung noch einmal den Namen Ihres Gesprächspartners, das schafft Verbindlichkeit.

8. 6 Tipps für einen gelungenen Smalltalk – praktische Strategien für Ihren Erfolg

  • Zeigen Sie Persönlichkeit

    Die Persönlichkeit ist der Navigator des Smalltalks. Je stärker Ihre Persönlichkeit ausgeprägt ist, um so mehr werden Sie Anerkennung und Vertrauen genießen. Der Philosoph Kant definierte die Persönlichkeit als „den durch Leistung und Sittlichkeit hervorragenden Menschen“. Dieser Persönlichkeitsanspruch darf Maßstab werden beim Sprechen, Denken und Tun.

  • Ihr Ton macht die Musik

    Ist die Sprechweise monoton, erzeugt sie Langeweile. Ist sie hart und zu laut, kommt leicht Widerspruch auf. Variieren Sie Sprechtempo und Lautstärke – so wirkt Ihr Smalltalk lebendig und ansprechend.

  • Konzentrieren Sie sich

    Konzentration ist die Essenz unserer Sprache. Sie speist den Sender, der unsere Gedanken und Worte zum Empfänger funkt. Zerstreutheit macht das Sprechen teilnahmslos und routiniert. Aus den Gesprächen wird ein Gerede. Planen Sie, was Sie sagen wollen – so bleibt auch Ihr Smalltalk fokussiert und klar.

  • Bauen Sie Ihr Sprachbewusstsein aus

    So, wie Sie sprechen, so führen Sie! Missgunst, Ablehnung, Zuneigung, Begeisterung, Ruhe und Panik: All das kann durch unsere Sprache ausgelöst werden. Machen Sie sich bewusst, welche Worte verletzen, ungerecht wirken, Widerstand provozieren und welche Worte aufbauen, motivieren und inspirieren.

  • Geben Sie Anerkennung

    Anerkennung ist eine Energiequelle, die oft vergessen oder unterschätzt wird. Haben Sie es nicht schon einmal selbst erlebt? Sie haben ein Tief, sind wie am Boden zerstört, und dann kommt jemand und gibt Ihnen Anerkennung. Das gibt wieder Auftrieb – und macht Sie auch im Smalltalk zu einem geschätzten Gesprächspartner.

  • Bleiben Sie glaubwürdig

    Glaubwürdigkeit ist eine der kostbarsten Tugenden. Wir sollten den Mut zur Wahrheit haben – das macht unsere Ausstrahlung aus. Kleinliche Lügen beschneiden die Größe eines Menschen. Gerade im Smalltalk zahlt sich Authentizität langfristig am meisten aus.

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Wer diesen Artikel verfasst hat

Der Artikel wurde vom Clara v. Sydow verfasst. Sie ist Geschäftsführerin und  Teil des Trainerteams des momentum – Institut für Rhetorik und Kommunikation. Unser Team besteht aus zertifizierten TrainerInnen mit langjähriger Praxis.
Die Autor:innen vereinen wissenschaftliche Fundierung mit praxisnaher Anwendung und bringen umfangreiche Erfahrung aus den Bereichen Rhetorik, Kommunikation, Präsentation, Psychologie und Führung mit.

Unsere Inhalte verbinden bewährte Kommunikationsprinzipien mit aktuellem Wissen – klar erklärt, praxisnah aufbereitet und direkt anwendbar.