„Der gelungene Führungs-Spagat – 5 Praxistipps für variantenreiche Kommunikation“
Neben der strukturierten Argumentation und der Vermittlung sinnhaften Handelns bei den Mitarbeitern, sollen sich die Führungskräfte auch ständig auf die Gesprächspartner einstellen.
Was braucht der Gesprächspartner oder das Publikum in dieser Situation? An welcher Stelle sollte man ihn emotional bestätigen und wie kann man dabei gleichzeitig die eigene Gefühlswelt managen?
Klar ist: Es wird erwartet, dass der Spagat zwischen der Wahrnehmung im „Hier und Jetzt“ bis hin zur positiven Außenwirkung in allen Themen stets gelingt. Diese fünf wesentlichen „Wirkungs-Hebel“ können wir beachten:
Führungskommunikation verfeinern
So steuern Sie Gespräche souverän mit psychologischem Feingefühl.
1. Augen wie ein Luchs
Beobachten Sie den Gesprächspartner genau und nehmen den DU-Standpunkt ein. Hören Sie hin, was Ihr Gesprächspartner genau sagt. Wiederholen Sie exakt die Wörter, die er/sie nutzte. Wenn ein negatives Wort, entgegen Ihrer Argumentation genannt wird, wiederholen sie es nicht. Lassen Sie dies stehen oder formulieren Sie es leicht um! (Beispiel: „Problem“ wird zu „Situation“)
2. Gesunde Distanz zur Person und zum Thema durch Visualisierung wahren
Führungskräfte berichten, dass es Ihnen hilft, die Ideen auf einer Pinnwand oder auf einem ausgedruckten Power Point zu betrachten. Die sachliche Kommunikation gelingt besser, wenn Sie durch den Abstand zum Papier über das Thema sprechen. Dann sprechen Sie über die Sache, die Idee mit der Person, nicht über deren persönlichen Verhalten bei der Lösungssuche. Sprechen Sie nicht im „Befehlston“ zur Person: „Sie müssen….!“, sondern formulieren Sie Vorschläge zu der Idee: „Der Punkt xy braucht aus meiner Sicht …“ So kann der Gesprächspartner die Idee leichter akzeptieren.
PROFI Trainer Tipp
Führungskompetenz stärken: Gefühle klar benennen ohne zu bewerten.
In meinen Führungstrainings erlebe ich immer wieder, wie befreiend es für Teams ist, wenn Führungskräfte ihre eigenen Gefühle klar benennen können, ohne sie zu bewerten. „Die Karten aufdecken“ heißt hier: Transparent machen, was gerade in einem vorgeht, und damit eine offene Kommunikationsbasis schaffen.
Der entscheidende Punkt: Gefühle differenziert ausdrücken. Statt pauschal zu sagen „Ich bin genervt“, könnte es heißen: „Ich bin angespannt, weil die Deadline näher rückt.“ Diese präzisere Formulierung macht nachvollziehbar, woher der emotionale Zustand kommt, und verhindert Missverständnisse.
Gerade im Business-Kontext wirkt diese Form der klaren, wertfreien Selbstoffenbarung doppelt: Sie steigert die Glaubwürdigkeit und erleichtert es dem Gegenüber, konstruktiv zu reagieren.
3. Der „Die-Sonne-strahlt-positiv“ – Check
Wie sage ich es dem anderen?“ –Überlegen Sie erst, welche Atmosphäre möchte ich herstellen?
Sprache: Welche Wortwahl nehmen: „Unprofessionelles Konzept“ oder „Der erster Entwurf braucht noch Fein- und Grobschliff“
Körperausdruck: Spreche ich laut und bestimmend oder klar und verständnisvoll mit leiseren Tönen? Setze ich klare, kräftige Gesten ein, oder sanfte, wellenförmige? Welche Mimik soll mein Worte unterstützen? Lächelnder Ausdruck oder ernste Stirnpartie?
4. „Karten aufdecken“- Die eigene Gefühlswelt wahrzunehmen und steuern
Wenn Sie sich ärgern sollten, was ist es genau? Das Thema, die Dauer, wie lange es schon braucht eine Lösung zu finden, ihre eigene Ungeduld und die eng gesteckten Zeitvorgaben oder das Zögern des Gesprächspartners? Je klarer Sie sich sind, was Sie genau stört, desto besser können Sie entscheiden, ob Sie es benennen. Decken Sie die Karten auf, damit die entstandenen Emotionen benannt werden, denn dann gelingt das Gespräch noch besser. – Achso: Auch wenn Sie etwas erfreut, sollten Sie dies erwähnen.
5. „Nia hao ma?“ – Auch internationale Kontakte erfolgreich herstellen
Die andere Kommunikationskultur entdecken: Informieren Sie sich, welche Themen in dem Land aktuell oder auch tabu sind. Was sind die Unterschiede zu ihrer eigenen Kultur? Und auch ein Paket von Grußworten tut gut: Was heisst „Danke“, „Bitte“, „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ in der jeweiligen Sprache. Dieses Minimum-Paket an Vokabeln sollten Sie stets dabei haben.
Folgende Themen könnten Sie auch interessieren:
Verwandte Artikel:
- „Wie können wir unsere Kommunikation verbessern?“
- Themen-Special „Moderation“
- Themen-Special: „Rhetorik – Was ist das eigentlich?“
Weiterführendes Training:
Wer diesen Artikel verfasst hat
Der Artikel wurde von Sven Hochreiter verfasst. Er ist Geschäftsführer und Teil des Trainerteam des momentum – Institut für Rhetorik und Kommunikation. Unser Team besteht aus zertifizierten TrainerInnen mit langjähriger Praxis.
Die Autor:innen vereinen wissenschaftliche Fundierung mit praxisnaher Anwendung und bringen umfangreiche Erfahrung aus den Bereichen Rhetorik, Kommunikation, Präsentation, Psychologie und Führung mit.
Unsere Inhalte verbinden bewährte Kommunikationsprinzipien mit aktuellem Wissen – klar erklärt, praxisnah aufbereitet und direkt anwendbar.