Gelassen und souverän bleiben in den Minuten vor dem Auftritt

Sie kennen das bestimmt! Ihr Redebeitrag kommt. Sie sind gleich dran. Sie bewegen die Lippen, doch der Körper ist steif, wie gefesselt. Warum? Es ist die Sorge, steckenzubleiben, die Sorge, etwas Falsches zu sagen. Es gibt keinen Menschen, der sich nicht irgendwie gehemmt fühlt und ein wenig Sorge vor kritischen Augen und Ohren hat. Sehr selten gibt es Menschen, denen diese Empfindungen völlig fremd sind. Die gute Nachricht: Wenn ein Mensch niemals verlegen wird, fehlen ihm Sensibilität, Feingefühl und Einfühlungsvermögen. Gehemmtheit, Erröten, Prüfungsangst, Unsicherheit, Befangenheit und Angst vor Blamage sind menschliche Erscheinungen und untereinander sehr eng verwandt. Es ist eine Tatsache, dass wir uns unwillkürlich von den Urteilen, Gedanken und Reaktionen der Mitmenschen über uns stark abhängig fühlen.

Thumbs-up Thumbs-up

PROFI Trainer Tipp

Gymnastik vor dem Auftritt? Ja, aber bitte rhetorische!

Im Training mit Führungskräften nenne ich die letzten Minuten vor einem Vortrag oder Meeting gerne „rhetorische Gymnastik“. Stellen Sie sich vor: Ein Sportler wärmt sich vor dem Wettkampf: Dehnen, Mobilisieren, Aktivieren. Warum nehmen wir uns diese Vorbereitung nicht, bevor wir präsentieren oder reden? Bei Business-Leistungen vergessen wir oft genau diese Aufwärmphase.

Wenn Sie sich vor dem Auftritt kurz mit Stimme und Haltung aufladen und eine schnelle Warm-Up Technik einbauen, wirkt das beruhigend und befreiend. 3,2,1…Los geht`s!

 

Tritt das Gefühl der Verlegenheit eigentlich spontan auf, wenn Sie allein sind? Nein! –Verlegenheit zeigt sich immer in Gegenwart anderer Menschen, bzw. kurz vor der Gegenüberstellung mit ihnen.

Es sind die negativen Gedanken, die wir meinen, uns machen zu müssen. Sobald Sie fühlen, dass eine Verlegenheit sich einstellen will, so sagen Sie sich: “Na, wenn schon …. Geben Sie es ruhig zu, wenn dies passiert. Sagen Sie also mit einem kleinen Lächeln Ihrem Gesprächspartner: “Sie bringen mich in Verlegenheit …” Damit begrüßen Sie die Befangenheit wie einen alten guten Bekannten in Herzlichkeit. Damit tun Sie etwas sehr Wichtiges. Sie sagen nämlich JA zu Ihrem Verwirrungszustand, und damit ist er im Grunde gebannt. Dann werden Sie nicht mehr verlegen über Ihre aufkeimende Verlegenheit.

Nun hat die Praxis das Wort.
Ein gesundes Ego und ein natürliches JA zu uns selbst dürfen wir uns erhalten. Es wird sich in allen Situationen spürbar bemerkbar machen. Machen Sie mit! Es lohnt sich! Mitunter hilft auch bereits die Selbsteinrede.

ÜBUNG
1.    Stehen Sie bitte einmal auf!
2.    Stellen Sie sich bitte fest auf beide Beine!
3.    Atmen Sie bewusst! Bauch- und Flankenatmung! Einmal,…zweimal,….dreimal…
4.    Ballen Sie nun die Fäuste!
5.    Winkeln Sie die Arme an!
6.    Machen Sie mit beiden Fäusten eine Schlagbewegung, so dass ein Ruck durch den ganzen Körper geht! Sagen Sie folgende Sätze:
Ich bin frisch!
 Ich stehe mit beiden Beinen im Leben! 
Ich sage JA zum Leben! 
Ich bin gut vorbereitet!
….und nun: lächeln Sie ein wenig…

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Wer diesen Artikel verfasst hat

Der Artikel wurde vom Clara v. Sydow verfasst. Sie ist Geschäftsführerin und  Teil des Trainerteams des momentum – Institut für Rhetorik und Kommunikation. Unser Team besteht aus zertifizierten TrainerInnen mit langjähriger Praxis.
Die Autor:innen vereinen wissenschaftliche Fundierung mit praxisnaher Anwendung und bringen umfangreiche Erfahrung aus den Bereichen Rhetorik, Kommunikation, Präsentation, Psychologie und Führung mit.

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